Jagdpanzer IV A0 (Versuchsfahrzeug)




Die großen Erfolge der Sturmgeschütze und der Wunsch der Industrie, nur noch ein Fahrgestell zu fertigen, veranlasste das Heereswaffenamt im September 1942 den Auftrag zur Fertigung des Jagdpanzers IV an die VOMAG (Vogtländische Maschinenfabrik AG) in Plauen/Sachsen zu vergeben. Als Wanne des Aufbaus war ein geändertes Fahrgestell des Panzer IV vorgesehen, das die 7,5cm Pak 39 L/48 aufnehmen konnte. Im Mai 1943 wurde ein Holzmodell des Aufbaus vorgestellt, das auf einem unveränderten Fahrgestell aufgebaut war. Kaum zu verbessern waren die schrägen Seitenbleche und die Waffenblende, die keinen Kugelfang aufwiesen. Die niedrige Gesamthöhe von 1.700 mm zeigte jedoch ihre Grenzen beim Feuerkampf in hügeligem Gelände.

Der Entwurf wurde im Sommer laufend verbessert. Die wichtigste Änderung war die Erhöhung der Bugpanzerung auf 80 mm. Die Neigung betrug 15 Grad.

Stärkere Bordkanonen bei den Allierten Panzern, führten zur Forderung nach einer noch stärkeren Neigung der Panzerbleche. Dies wurde jedoch wegen der nicht vertretbaren Störung der Serienproduktion abgelehnt. Mit Produktionsaufnahme des neuen Jagdpanzers wurde die Forderung erfüllt. Die neue obere Frontpanzerung betrug 60 mm bei 45 Grad Neigung, die untere 50 mm bei 55 Grad Neigung.

Der erste in Weichstahl gefertigte Prototyp wurde im Dezember 1943 vorgestellt. Er verfügte neben der 7,5 cm PaK an beiden Seiten über zwei Öffnungen für MG´s. Die rundgebogenen Enden der Frontpanzerung gingen beim Prototyp und den 3 Versuchsfahrzeugen, die in Panzerstahl gefertigt waren, in die Seitenpanzerung über. Diese Bauweise wurde in der Serie durch gerade Panzerplatten ersetzt, die MP-Stopfen wurden weggelassen. Statt dessen sollte eine Nahverteidigungswaffe eingebaut werden.

Der im deutschen Panzermuseum Munster ausgestellte Panzerjäger IV A0 hat die Fahrgestellnummer V2 und wurde als Schulungsfahrzeug in Frankreich eingesetzt, aber nach der Landung der Allierten in der Normandie aus Mangel an Panzerfahrzeugen in die Abwehrkämpfe geworfen, wo das Fahrzeug in die Hände der Allierten fiel. Das hier ausgestellte Fahrzeug war nicht wie in vielen Foren behauptet mit Weich, sondern mit Panzerstahl gepanzert.

Nach dem Krieg wurde in Frankreich diverse Ballistische Versuche an dem Fahrzeug angestellt, bis das Fahrzeug auf dem Sammelplatz des Französischen Panzermuseums Saumur so einige Jahre fristete. So dauerte es noch einige Jahre, bis das Museum Saumur, das Fahrzeug unrestauriert der Lehrsammlung der Panzertruppenschule in Munster schenkte. Nachdem Herr Karl-Heinz Weber und Stefan Schindler und einige andere das Fahrzeug restaurierten, wurde der Jagdpanzer IV A0 im Jahre 2004 ins Panzermuseum in einem Einwandfreien Zustand übergeben. Einmal mehr hat Kalle Weber gezeigt, wozu er fähig ist!!!

Die Firma Dragon lies nicht lange auf sich warten! Sie war sehr schnell vor Ort, um das Fahrzeug zu vermessen, dabei wurden auch gleich die Messinstrumente an die Sd.Kfz 251 und an unseren Tiger II gelegt. Das resultat kann man nun im Modellbauhandel erwerben!

Quellen: Museumsführer "Deutsches Panzermuseum Munster; 6. Auflage, und persönliche Unterlagen A. Wichmann.

Die Bilder sind von Thomas Hartwig und der Friederiken-Crew


Technische Daten:

Gewicht: 24 t
Bewaffnung: 1x7,5cm Pak 39 L/48
2x 7,92mm MG 42
Richtanlage: Höhe und Seite mechanisch
Munition:79x 7,5cm, 1200x 7,92mm
Motor: Maybach HL 120 TRM V12 Ottomotor
Schaltung:Teilsyncronisiertes Schaltgetriebe mit Vorgelege und 6 vorwärts- und 1 rückwärtsgängen, sowie Mehrscheiben Trockenkupplung
Lenkung:Lenkgetriebe mit mech. Lenkbremen, 2 Lenkhebel
Geschwindigkeit: 40 km/h
Panzerung: Front 60 mm, Seite 40 mm, Heck 30 mm
Fahrbereich:Straße 190km, Gelände 130km
Besatzung:4 Soldaten

Stückzahl: 3



(Bilder mit freundlicher Genehmigung des deutschen Panzermuseum Munster)



































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