Sd.Kfz 166 Sturmpanzer IV "Brummbär"


Entwicklungsgeschichte

Im Jahr 1942 wurden durch die Firma Alkett Fahrzeugentwürfe eines sIG auf Panzerkampfwagen IV Fahrgestell an A. Hitler geschickt. Dieser verlangte die nach Möglichkeit sofortige Lieferung von 40 - 60 Stück dieser Fahrzeuge. Hierzu bedurfte es aber einer Neukonstruktion des dafür erforderlichen 15cm sIG, dieses Geschütz sollte dünnwandige Munition mit sehr hoher Sprengwirkung bei Ortskämpfen gegen Häuser verschießen können.
Dieses Geschütz wurde dann von der Firma Skoda entwickelt.
Um möglichst schnell die Fahrzeuge in einen einsatzbereiten Zustand zu bekommen und den Produktionsengpässen entgegenzuarbeiten, wurde größtenteils auf Reparaturfahrzeuge zurück gegriffen.
Auf die vom Nibelungenwerk gelieferten PzKpfw IV- Fahrgestelle, wurden mit Unterstützung der Saurerwerke und Semmering-Graz-Pauker Werke (beide Österreich) in der Heereskraftfahrzeugwerkstätte Wien die neuen Aufbauten montiert.

Die ersten 60 Sturmpanzer wurden der neu aufgestellten Sturmpanzer-Abt. 216 zugewiesen. Diese Abt. kam bei der Operation Zitadelle im Sommer 1943 im Kursker Bogen in Russland zum Einsatz.
Nachdem sich der Panzer bewährte, wurde gefordert, 20 Stück im Monat zu Fertigen.
Leider kam es immer wieder zu Problemen im Laufwerks- und Vorgelegebereich, was auf denn verlagerten Fahrzeugschwerpunkt zurückzuführen war. Obwohl man mit gummigefederten Stahllaufrollen und einer Verminderung des Gewichtes durch eine geringere Panzerung und Gewichtsreduzierung des Geschützes herumexperimentierte, konnten diese Probleme nie ganz ausgeräumt werden.

Nachdem die Truppe ein MG 34 zur besseren Selbstverteidigung forderte, wurde dieser Vorschlag angenommen und dieser neben anderen Verbesserungen in den "neuen" Sturmpanzer 43 eingearbeitet, dessen Fertigung ab dem 1. Halbjahr 1944 bei den deutschen Eisenwerken in Duisburg begann, wo die Produktion bis März 1945 beibehalten wurde.

Unser Fahrzeug

Das Fahrzeug, das wir betreuen, ist so ein Exemplar aus Duisburg, und wurde auf Basis eines Panzerkampfwagens IV Ausf. J hergestellt.
Der Unterschied zur mittleren Produktionsreihe ist rein optisch schon der vereinfachte Aufbau, der nicht mehr sechseckig sondern rechteckig ist.
An der Fahrerfront ist wie schon angesprochen, der Erker für das MG 34 in Kugelblende eingebaut.
Das Fahrzeug weißt keine Kdt.Luke auf.

Der Brummbär wurde auf einem Schrottplatz in der Normandie entdeckt, was darauf schließen lässt, das dieses Fahrzeug zur Sturmpanzer-Abteilung 217 gehörte. Diese Abteilung wurde im Juni 1944 materiell auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr ausgestattet und wurde im Juli 1944 an die Invasionsfront nach Frankreich verlegt. Dort stand der Verband südlich von Caen ständig im Einsatz gegen die alliierten Streitkräfte. Hierbei geriet ein großer Teil der Abteilung Mitte August im Kessel von Falaise in Gefangenschaft.

Als das Fahrzeug entdeckt wurde, wies es mehrere Einschüsse im Wannen- und Aufbaudach auf, was sehr nach Projektileinschlägen durch Jagdbomberangriffe aussah. Das Geschütz fehlte, daher wurde der Sturmpanzer mit einem Geschütz vom französischen Panzermuseum Saumur komplettiert.

Die Restaurierung des Sturmpanzers, wurde dann durch die Panzerwerkstatt "Großenhain", Sachsen durchgeführt.
Mit der aktuellen Farbgebung ist man derzeit nicht ganz zufrieden. Man wird sehen, ob der Panzer eventuell umlackiert wird.
Am 21.08.1993 wurde bei den Feierlichkeiten "100 Jahre Soldaten in Munster" der Sturmpanzer IV "Brummbär" dem Panzermuseum Munster übergeben
.
Nachdem wir aber dachten, das es sich bei dem Panzer um eine leere Hülle handelt, waren wir angenehm überrascht eine fast komplette Hauptbewaffnung und einen zwar nicht mehr Einsatzfähigen aber zumindest vorhanden Motor vorzufinden.

(Bilder mit freundlicher Genehmigung des deutschen Panzermuseum Munster)


Der Brummbär an seiem (alten) Platz im Museum.

Brummbaer während Umräumarbeiten im Freigelände.

Die rechte Fahrzeugseite.

Blick auf das Heck.

Ein Laufrollenpaar.

Aus Gründen der Materialknappheit wurde nach Möglichkeit auf Gummilaufrollen verzichtet....


... zumindest die vorderen Laufrollen hätten dem Gewicht aber wahrscheinlich ohnehin nicht standgehalten s.a. Jagdpanzer IV/L70.

Leitrad links.

Das gleiche Leitrad von aussen.

Detailansicht des rechten Leitrades.

Kettenspanner rechts.

Innenansicht der Laufrollen.

Hier sieht man auch sehr schön die Federpakete.


Anschlag der Laufrollenfederung.

Das Heck aus der Nähe.

Beachte oberhalb der Anhängekupplung die Öffnung für den Schwungkraftanlasser mit den beiden Führungszapfen.

Abschleppkupplung vorne links.

Für den Modellbauer interessant:

Schutzblech hinten rechts mit Gebrauchsspuren.

Luk an der Rückseite des Aufbaus...

...mit Scharnier im Detail

Ein paar Schweissnähte am Fahrererker.

Halterung für Ersatzlaufrolle.

Fahrerperiskop.

Noch mehr Bilder....

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